Phantasie ohne Grenzen – wenn Schüler*innen Filme produzieren

Die Grundschule Finsterwalde Nehesdorf stand im September im Rampenlicht. Stop-Motion Animator Alberto Couceiro kam mit der Kinderfilmuni zu Besuch und zeigte den Schüler*innen in einem Vortrag und zwei Praxiswerkstätten, wie man Figuren animiert und ihnen damit eine Seele einhaucht. Jeder von uns hat als Kind einen Helden oder eine Heldin und ganz oft sind es Zeichentrick- oder Animationsfilmfiguren, die wir ein Leben lang im Herzen tragen. Wenn Zeichnungen, Papierpuppen und Knetfiguren zum Leben erweckt werden, dann hat das was von Magie und einer der großen Animationsmagier war in den letzten Wochen zu Gast an der Grundschule Finsterwalde Nehesdorf.

Der Name des Animators ist Alberto Couceiro. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Studiengang „Animation“ an der Filmuniversität Babelsberg. Für seine Stop-Motion Arbeiten ist er schon mehrfach ausgezeichnet worden und hat bereits international Erfahrungen gesammelt. 2002 gründete er seine eigene Trickfilm- und Produktionsfirma mit Standort in Berlin-Neukölln und ist seither aus der Welt der Animationen nicht mehr wegzudenken. Unterstützt wurde Alberto Couceiro von Elina Gkekas. Sie studiert an der Filmuni Animation, hat selbst schon Kurzfilme produziert und viel Erfahrung mit unterschiedlichen Animationstechniken, wie z.B. dem Scherenschnitt oder Puppentrick gesammelt. Zusammen entführten Sie die Schüler*innen der Grundschule Finsterwalde Nehesdorf aus der 5. und 6. Jahrgangsstufe am 29.09.2022 in eine Welt voller Wunder. Sie brachten vor den Augen der faszinierten Schüler*innen und Lehrer*innen eine Papierpuppe zum Springen, Zeichnungen in Bewegung und animierten Puppen. Total begeistert waren die Schüler*innen von „Otto“, der mit seinen großen Augen munter ins junge Publikum lachte und so manchen aus dem Kinderprogramm vom ZDF bekannt ist. Große Augen bekamen die Zuschauer*innen, als sie hinter die Kulissen vom Stop-Motion-Film „Laika & Nemo“ sehen durften, für den die Filmuniversität Babelsberg KONRAD WOLF vor kurzem einen Studenten-Oscar verliehen bekam. Elina Gkekas führte auch eigene Produktionen vor. Ihr abstrakter Zeichentrickfilm erzählte die Geschichte eines kleinen Tieres mit einer Wolfsseele, der die Schüler*innen emotional fesselte. Für besonders interessierte Schüler*innen boten Alberto Couceiro und Elina Gkekas zusätzlich zwei Animationswerkstätten am 23.09.2022 und vom 29.09. bis 30.09.2022 an. Insgesamt durften achtundzwanzig Schüler*innen der 5. und 6. Klasse darin ihre ganz eigenen Animationsfilme in Stop Motion Technik produzieren. Vom Drehbuch bis zur Produktion arbeiteten die Schüler*innen in Zweierteams und ließen ihre ganz eigenen Figuren über selbstgebastelte Kulissen tanzen. Am Ende entstanden vierzehn großartige Kurzfilme von Streit und Versöhnung in Schneelandschaften oder auf dem Mond, von Tieren im Unwetter, mit Skateboard fahrenden Pinguinen, fantasievollen Monstern, märchenhaften goldenen Apfelbäumen oder Geschichten von ganz verflixten Montagen – der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt.

Die Präsenzstellen der Hochschulen des Landes Brandenburg erleichtern als regionale Schaufenster den Zugang zu den Angeboten aller Brandenburger Hochschulen. Das Konzept beruht auf der Transferstrategie des Landes: Sie nimmt die Hochschulen und die außeruniversitären Forschungseinrichtungen gleichermaßen in den Blick und will die Zusammenarbeit von Wissenschaft mit Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaft verbessern. Die Präsenzstelle Westlausitz | Finsterwalde wurde im August 2020 eröffnet und befindet sich in Trägerschaft der BTU und der TH Wildau. Sie engagiert sich insbesondere in den Städten Lauchhammer, Finsterwalde, Schwarzheide, Großräschen und Senftenberg des Regionalen Wachstumskerns Westlausitz.

Die Kinderfilmuni Babelsberg wurde 2007 als interdisziplinäres Hochschulschulprojekt mit Unterstützung der Thalia Arthouse Kinos und des Potsdamer Filmmuseums ins Leben gerufen. Seit dieser Zeit ermöglichen Professor*innen und künstlerische Mitarbeiter*innen der Filmuniversität, Mitarbeiter*innen des Filmmuseums und des Thalia Kinos wie auch besondere Gäste aus der deutschen Kinderfilm- und Kinderfernsehlandschaft jungen Filmfans ab 8 Jahren einen Einblick in filmische Schaffensprozesse. Die Tour durch die Standorte der Präsenzstellen wird durch eine Förderung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg ermöglicht und beinhaltet neben Vorlesungen für junge Filmfans im Grundschulalter auch Veranstaltungen für Jugendliche und junge Erwachsene.

 

Foto: ©Julia Procopius